Sprache: F
Gesellschaft > Gleichstellung, Diskriminierung, Minderheiten,

Ist die moderne Frau auf Quoten angewiesen?

Artikel weiterempfehlen

Stimmen Sie dem Artikel zu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Artikel!

Zur Gleich­be­rech­ti­gun​g hört man di­verse In­ter­pre­ta­tio­nen​. Ei­nige sa­gen, wir seien weit von glei­chen Rech­ten der Ge­schlech­ter ent­fernt. An­dere hin­ge­gen kön­nen nicht ver­ste­hen, wes­halb wir im 21. Jahr­hun­dert ü­ber­haupt noch darü­ber spre­chen müs­sen.

Doch abrupt änderte sich die Situation, meine Kameraden hiessen mich herzlich willkommen und integrierten mich, ohne zu zögern, ich fühlte mich verstanden und akzeptiert. Ich nahm an den meisten Veranstaltungen teil und freute mich, bald mein erstes Amt im Vorstand anzutreten. 

Frauen in Politik und Wirtschaft immer noch unterrepräsentiert

Wa​s aber ist der Grund, weshalb ich aus Erfahrungen sagen kann, dass sich viele Menschen – vor allem Frauen – nicht trauen, Ämter anzutreten, vor einer Menschenmenge zu sprechen oder Neues, Ungewisses auszuprobieren? Die Zahlen sprechen für sich und wie schon lange bekannt, sind in vielen wichtigen Ämtern, nicht nur politischen, auch in der Arbeitswelt, Frauen nicht oder zu wenig vertreten. In genau solchen Positionen ist Selbstvertrauen von immenser Bedeutung. 

Man  soll nicht jede kleinste Situation oder sich selbst hinterfragen. Bin ich am richtigen Ort? Warum bin ich die einzige Frau? Mache ich etwas falsch? Oder bin ich gar nicht erwünscht? Alles Fragen, die man sich unbewusst und sogar bewusst stellt. 

Frauen hinterfragen sich mehr

Frauen sind gerne skeptisch mit sich selbst. Wie wichtig es ist, was andere von einem halten oder herumerzählen, ist oftmals unerträglich. Soll ich mich für das neue Amt im Vorstand melden, oder denken dann alle, ich sei eingebildet oder sogar unfähig für die neuen Aufgaben.

Solche Fragen sollten gar nicht erst im Raum stehen, sondern Dinge aus der Gesellschaft, die uns plagen. Aber wo ist jetzt das Problem? Wege stehen doch eigentlich offen, niemand will jemanden davon abhalten, seinem Willen zu folgen, auch Frauen werden alle Steine aus dem Weg geräumt.

Die Quote bringt nichts

Was sollen die von den Linken geforderten Frauenquoten ändern? Noch mehr Scham für die Frauenwelt? Soll ich meinen Kindern erzählen, dass ich der Geschäftsführung angehöre, weil die Quote dies verlangt? Sollen Unternehmen sich Sorgen über das Geschlecht machen müssen und sich nicht auf das eigentliche Können der Menschen fokussieren? So etwas kann und will ich keineswegs unterstützen! 

Karrie​re und Familie vereinen

Frauen sollten hingegen ermutigt werden, Neues zu wagen. In den Schulen haben wir uns bereits entwickelt, uns werden Möglichkeit präsentiert und wir haben weibliche Vorbilder. Der Traum, Kind und Beruf unter denselben Hut zu bekommen, wird gutgeheissen. Beispielsweise hat sich die Anzahl Kitas in den letzten zehn Jahren weitaus mehr als verdoppelt und wird weiter ausgebaut. Wir wachsen mit der Selbstverständlichkei​t auf, selbstbestimmen zu dürfen, was wir tun wollen in unserer Zukunft.

Den Weg legen für zukünftige Generationen

Trotzdem​, die Entwicklung zu einer Gesellschaft wie heute, dass die Frau im vollen Zuge die gleichen Rechte hat wie der Mann, ist nicht von heute auf morgen gekommen. Es braucht immer Menschen, die eine Vorreiterrolle einnehmen, durch ihre Arbeit, ihren Mut und ihren Willen. 

Auch Frauen meiner Generation können der nächsten Generation ein Zeichen auf den Weg geben: Sich mehr wagen, neue Wege einzugehen. Die Chancen, die existieren, packen und umsetzen. So werden Vorbilder kreiert, so bekommen junge Frauen Vorbilder und so können wir die Gleichberechtigung weiterentwickeln.

Sel​bstbewusste Frauen für eine starke Politik

Ich hoffe sehr, dass die Zeit kommt, in der sich Frauen nicht mehr in reinen Frauengruppen zusammenfinden, wie zum Beispiel Frauenparteien. Ich möchte als Frau keinen Sonderstatus erhalten, ich möchte nicht von Männern als bedürftig angesehen werden, sondern als eine Frau, die weiss, was sie machen will, und nicht gehemmt ist, ihren Willen umzusetzen.


Kommentare von Lesern zum Artikel

[ Neuen Kommentar verfassen ]

14%
(7 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte Vor 8 Tagen

"Was sollen die von den Linken geforderten Frauenquoten ändern?"

Die Delegierten der SP Sektionen haben 2017 einem Forderungskatalog der SP-Frauen zugestimmt. Dieser verlangt u. a. «eine gesetzlich festgelegte Frauenquote von mindestens 40 Prozent im National- und Ständerat, im Bundesrat, in der Bundesverwaltung und am Bundesgericht». Diese starre Quote soll auch auf kantonaler und kommunaler Ebene gelten.

Offenbar wurde zugestimmt, weil eine solche Forderung ohnehin keine Mehrheit findet; die Wahlberechtigten wollen weiterhin frei wählen können. Man fand es bei der SP richtig und wichtig, die politische Gleichberechtigung der Frauen in der Diskussion im Vordergrund zu halten. Auch die Frauen und Männer in der SP wissen ganz genau, dass jede Frau natürlich wegen ihrer Qualifikationen gewählt werden will, nicht wegen einer Quote.

Man sieht es den Listen der Parteien für die eidg. Wahlen 2019 an, dass sich diese Forderung der SP nun massiv auswirkt. Nur die SVP hat noch nichts läuten hören.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



75%
(8 Stimmen)
Werner Nabulon sagte Vor 22 Tagen

Ist doch Toll, wenn man der Quote wegen Jobs bekommt, und nicht weil man dazu Qualifiziert ist. Zynismus Ende.
Wenn ich aber ihre "Gesprächsbereitschaf​t" lese, finde ich, ein Job in der Politik ist ungeeignet für Sie. P.S. Bei einem Mann mit gleichem Verhalten, würde ich das gleiche schreiben.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

50%
(10 Stimmen)
jan eberhart sagte Vor 25 Tagen

Frauen müssen sich wie Männer mehr aufblasen, als seien sie Alexander der Grosse auf Eroberungstour und niemand kann sie aufhalten.

Jemand der sich wegduckt und kleinredet bekommt keinen wichtigen, gutbezahlten Job.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



50%
(10 Stimmen)
Ernst Jacob sagte Vor 26 Tagen

> Frauen sind gerne skeptisch mit sich selbst.

Und das ist es auch, was Frauen so fundamental von Männern unterscheidet. Frauen haben halt keine 'Linie', sie orientieren sich täglich neu, und vergleichen sich schon am Morgen vor dem Spiegel mit dem gestrigen Wert. Es ist ein immerwährender Kampf, um, wenn schon nicht zu den Auserwählten zu gehören, dann zumindest nicht als Ueberbleibsel einer bereits vergangenen Zeit und Mode.

Aber es ist auch verständlich. Allein schon im Wissen, dass Einige davon es immer schaffen, in die Rolle einer Prinzessin zu schlüpfen, um in Luxus und Reichtum zu leben, und die schmutzige Alltagsarbeit von anderen machen zu lassen. Und was wäre wohl spannender, als sogar auch noch Vorreiterin einer Modeströmung zu sein, und in allen SchischiWischi Medien abgeblitzt zu werden ?! Man stünde im Mittelpunkt, und das einzige Wissen, welches dafür erforderlich wäre, basierte auf der schieren Tatsache, von der Natur ganz einfach entsprechend ausgerüstet worden zu sein, optisch das darzustellen, was im Moment als das Geilste zählt.

Aber es ist halt einfach so, und die Frauen sind sich dessen auch bewusst. Aber leider existieren auf der Welt halt nicht nur schöne Frauen, und so müssen die weniger Schönen halt einfach andere Wege suchen, um so wenigstens einen Teil des erträumten Glücks zu finden, genau so, wie Männer ja auch. Auch wir sind nicht alle als Schwarzenegger geboren, nur sind sich das Männer schon sehr viel länger bewusst, und vielen ist bereits in ihrer Kindheit scho klar geworden, dass es halt einfach Bessere gibt.

Und das zwingt Männer ja auch dazu, sich nicht morgens vor dem Spiegel schon darüber zu grämen, dass man vielleicht irgendwo eine Falte mehr hat als noch vor 14 Tagen. Oder dann eine Stunde vor dem Spiegel zu verbringen, bis man sich überhaupt nur traut, die eigene Wohnung zu verlassen. Wie hat es doch die Tessiner ex Miss CH am TV einmal so schön formuliert, mit damals etwa 22, sie würde ungeschminkt nicht einmal jemandem die Haustüre öffnen ...

Aber wir Männer haben dieses Rollenspiel mit Sicherheit nicht erfunden. Und wir hätten auch gar keine Möglichkeit, etwas dagegen zu tun. Es ist eine reine Frauen-Angelegenheit,​ mit sich selber fertig zu werden. Aber solange es halt Schönere und weniger Schöne gibt, wird dieses Spiel wohl auch noch so weitergehen. In Reichtum, Glanz und Luxus schwelgen möchten wir ja alle, nur verfallen Männer grösstenteils nicht grad in eine Depression, und versuchen sich sogar in esotherischen Handlungen, um mit Hilfe von Göttern und Geistern das Glück zu finden. Und all das doch nur, weil sie vielleicht von der Natür nicht so ganz optimal ausgerüstet wurden.

Oder dann gehen sie in die Politik. Dort kann man dann zumindest versuchen, sich wenigstens bekannt zu machen, wenn es mit der Schönheit allein nicht reichte. Und man kann von Gleichstellung und Gleichberechtigung träumen, einem Traum, der ja nur von vermeintlich Unterprivilegierten geträumt wird, wie der vom Sozialismus, und anderen 'Gleichheitigen' mehr.

Solange es aber so ist, wird wahrscheinlich auch eine sachliche Politik noch nicht funktionieren. Man heizt sich höchstens gegenseitig auf, und verlegt die Kämpfe auf Nebenschauplätze, wohl auch, um von den echten anstehenden Problem abzulenken, für die man ja auch keine Lösungen hat.

Aber aber ich habe keine. Wir werden es einfach durchzustehen haben. Mit oder ohne Frauen, denn das spielt dabei nämlich absolut keine Rolle. Die grossen Entscheidungen werden ja längst schon nur noch andernorts gefällt, und das wissen die meisten wohl auch. Und nur deshalb kann man es sich ja auch leisten, Genderprobleme und andere 'rein privaten' Dinge' zu real-politischen Themen zu machen. Und es lenkt den Pöbel zudem davon ab, sich darüber Gedanken zu machen, wie unser Land wohl in 30 Jahren aussehen werde.

Aber auch dann wird es Frauen geben, die es allein mit ihrer Visualität schafften, in den Medien ihre Rolle zu spielen. Denn die Frauen werden auch in dreissig Jahren noch genau so denken und sein wie immer schon. Nur wird man in 30 Jahren ihre Rolle vielleicht anders definieren, und den bis heute andauernden Körperkult ganz generell als eine zum Glück überstandene Phase der Menschheitsentwicklun​g bezeichnen.

Aber da Männer Frauen nicht mehr brauchen werden, allein schon, um das (angeborene) Triebbedürfnis zu stillen, wird sich wohl noch Einiges ändern, im allgemeinen Umgang zwischen den Geschlechtern. Auch ohne den EInfluss von Religionen, die der Frau sowieso eine andere Rolle zuweisen. Nur wird auch dieser EInfluss in 30 Jahren bei uns ein viel Grösserer sein, und das wird auch die Medien bei uns dazu zwingen, in Bezug auf die FRAU eine andere Rolle zu spielen, als dies heute noch der Fall ist.

Vielleicht wird dann auch viel Anderes wieder etwas Normaler, und mit Sicherheit werden auch Männer viel weniger den allgegenwärtigen Reizen ausgesetzt sein, als dies heute im normalen Leben der Fall ist. Und die Frauen sind sich dessen bewusst, das müssen sich halt auch Frauen eingestehen können, die über diese Gabe nicht verfügen. Oder es zumindest von sich glauben, weil sie sich ständig nur mit Schöneren vergleichen, anstatt das Beste aus der eigenen Rolle zu machen.

Aber zum Glück sind ja nicht Alle so, es gibt ja auch ganz Normale. Frauen und Männer, nur hört man eigentlich auch nichts über sie, und das ist auch gut so. Aber Quoten haben noch nie was gebracht, dessen zumindest sollte man sich im Klaren sein. Quote bedeutet auch immer NIVELLIERUNG nach UNTEN, und genau das Gegenteil sollten wir eigentlich anstreben, denn der Rest der Welt wartet nicht ewig auf uns.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



64%
(14 Stimmen)
Hans Knall sagte Vor 28 Tagen

Also eine Frau ist eigentlich grundsätzlich nicht auf Quoten angewiesen. Die „modernen Frauen“ allerdings, wahrscheinlich schon. Die kommen ohne längst nicht mehr zurecht…


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

27%
(11 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte Vor 28 Tagen

Jede Frau will natürlich wegen ihrer Qualifikationen eingestellt werden, nicht wegen einer Quote.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Seite 1 von 1

Neuen Kommentar verfassen

Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:

Auf Vimentis direkt einloggen..
 
 ... oder mit Ihrem Facebook-Account
 
E-Mailadresse:
Passwort:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?