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Wenn der Ruf der Wirtschaft unerhört bleibt.

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Das Schwei­zer Stimm­volk hat die Un­ter­neh­mens­steu­​err­re­form III an der Urne klar ab­ge­lehnt. Die ei­gent­li­che Ur­sa­che für die­ses Ver­dikt grün­det tiefer als die spe­zi­fi­schen Vor- und Nach­teile der Vor­la­ge. Diese Ab­stim­mung war ein Miss­trau­ens­vo­tum ge­genü­ber der Wirt­schaft, ihren Ver­bän­den und den bür­ger­li­chen Par­tei­en. - Und dies nicht zum ers­ten Mal.

Schon die so genannte Abzockerinitiative von Thomas Minder und die Masseneinwanderungsin​itiative der SVP wurden vom Volk mehrheitlich gutgeheissen, obschon die Warnrufe der Wirtschaft nicht zu überhören waren. - Dies im Unterschied zu früheren Abstimmungen, bei denen sich das Stimmvolk jeweils schützend vor die Wirtschaft gestellt hat, wenn diese appellierte, dem Standort und seinen Rahmenbedingungen Sorge zu tragen. Diese reflexartige Solidarität gegenüber der Wirtschaft hat massiv gelitten.

Die Gründe dafür mögen in verschiedenen, kumulierten Stimmungsbildern zu suchen sein. Aber sie lassen sich am Schluss alle mit der Situation des Schweizerischen Mittelstandes erklären: Dieser fühlt sich immer mehr in die Machtlosigkeit und Hilflosigkeit eines Hamsterrads versetzt. Er fühlt sich weder von der Wirtschaft noch von der Politik vertreten und ernst genommen. Teilweise zu Recht, teilweise zu Unrecht. Aber es ist eine Tatsache.

Der Mittelstand trägt dieses Land und regiert es faktisch über die direkte Demokratie. Jegliche politische Veränderung in unserem Land muss den Anliegen und Sorgen des Mittelstands standhalten. Und dem Mittelstand ist es dabei egal, wie in Studien belegt wird, ob es ihm gerade eher gut oder eher nicht so gut geht. Für den Mittelstand zählen sein persönliches Befinden und seine subjektiven Perspektiven. Daraus entsteht ein kollektives Stimmungsbild - und zwar kein gutes.

Wenn der Mittelstand von steigenden Krankenkassenprämien belastet wird, wenn berufstätige Eltern mit Hürden, statt Erleichterungen konfrontiert sind, wenn die über 50jährigen Angst vor oder wegen Arbeitslosigkeit haben, dann fällt es ihnen schwer, sich an Unternehmensgewinnen,​ steigenden Aktienkursen oder an allfälligen Rekordbezügen ihrer Vorgesetzten zu freuen.

Es braucht freiwillige und spürbare Schritte der Wirtschaft in die Richtung der Anliegen und Sorgen des Mittelstands. Es genügt nicht, einfach nur zu betonen, was gut und wichtig für die Wirtschaft ist. Es braucht auch gesellschaftspolitisc​hes Engagement. Bürgerliche Lösungen für die Förderung inländischer Arbeitskräfte, bürgerliche Lösungen für bessere Rahmenbedingungen zugunsten berufstätiger Eltern, bürgerliche Lösungen für die Erreichung der in der Bundesverfassung postulierten Lohngleichheit, bürgerliche Lösungen für bessere Arbeitsmarktchancen der älteren Generation, bürgerliche Lösungen für die Energiewende.

Dem Mittelstand müssen die Gründe zurückgegeben werden, wieder stolz auf die Schweizer Wirtschaft zu sein und zur verlorenen Solidarität gegenüber den Unternehmen zurückzufinden. Möglicherweise braucht es dafür auch in der Wirtschaft einen Aufstand der Anständigen. Einen Aufstand der verantwortungsvollen Unternehmerinnen und Unternehmer in diesem Land. Denn auch eine liberale Politik muss moralische Prinzipien haben. Auch eine liberale Politik muss sich über soziale und ökologische Verantwortung definieren. Freiheit und Verantwortung gehören zusammen.

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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33%
(18 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte March 2017

"Wenn der Ruf der Wirtschaft unerhört bleibt."

Das Adjektiv "unerhört" ist abgeleitet vom Verb "erhören" und bedeutet "unverschämt, haarsträubend, skandalös", Herr Landolt. "Sein Verhalten war unerhört."
http://ww​​​​w.duden.de/rechtsc​h​r​e​ibung/unerhoert​_u​ng​la​ublich_beson​der​s

M​einen Sie das Adjektiv "ungehört", abgeleitet von "hören", mit der Bedeutung "keine Beachtung finden", bitte? Bleibt der Ruf der Wirtschaft ungehört?
http://www​​​​.duden.de/suchen/e​n​g​l​isch/ungehört

​Di​e Richtung der Diskussion müsste also zuerst geklärt werden. Im Blogtext ist auch nicht ersichtlich, wohin die Reise gehen soll.


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50%
(14 Stimmen)
Georg Bender sagte February 2017

Vorschlag den Link studieren, damit die Grundlagen auch stimmen! "Wenn die Begriffe nicht stimmen, so ist das Gesagte nicht das Gemeinte!
https://ww​w.youtube.com/watch?v​=GaFbTDtf4kE


Das​ Geld ist der Gegenwert der Arbeit (Ration) um die Güter und Dienstleistungen in dieser Höhe tauschen zu können! Die Aufbewahrung (Gewinn aus Arbeit oder Handel), welche nur mit immer höheren Schulden generiert werden kann, wurde erst viel später von den Ökonomen "erfunden"! Dabei wurde der Verteilung der Kehrseite der Medaille viel zu wenig Beachtung geschenkt! Gewollte Risikoinszenierung?


Die Gegenwerte sind also Menschen gemacht! Warum soll der Gegenwert der Arbeit oder Ersatzleistung nicht ausreichend gestaltet werden, damit keine Existenzkämpfe und Armut, bestehen?

Auch dieses Dreckspiel wurde von Ökonomen und Politiker kreiert, damit die Menschen unterdrückt werden können und sie ihre Macht besser durchsetzen können! Die Auswirkungen können wir jeden Tag lessen oder sehen! Die Lügen werden bedient, die Wahrheit wird bewusst verschwiegen!

Tats​ache ist natürlich in diesem Sinne klar und eindeutig, dass die Ungleichheit mit der Zuordnung des Gegenwerts der Arbeit/Leistung beginnt! Aber auch hier haben die Ökonomen und Politiker, ihre Dreckhände im Spiel, weil sie besässen die Macht, würden sie nicht als Handwerker des Geldadels funktionieren!

Diese Zusammenhänge sollten die Menschen endlich verstehen! Wer wie viel Geld besitzen darf, interessiert mich z.B. nicht!




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67%
(18 Stimmen)
Jean Manorin sagte February 2017

Schön, dass einer der die MEI zur Bedeutungslosigkeit gemacht hat, jetzt jammert. Auf N-TV war letzte Woche zu lesen, dass die Österreicher die Anstellung von "Inländern" mit 50% Rabatt auf die Sozialleistungen subventionieren. Die Schweden haben diese Woche erklärt, dass sie nur noch Arbeitsbewilligungen für absolute Speziallisten erteilen. Die Briten sind aus der EU ausgetreten, weil sie die Einwanderung wieder selber steuern wollten. Wenn LePen gewählt wird, will sie aus der EU austreten, notabene aus den selben Gründen. Junker hat verkündet, dass es in den nächsten Jahren diesbezüglich Anpassungen in der EU geben muss! Reichlich spät erkannt und er will es auch nicht machen, sondern sein Nachfolger soll diese Aufgabe übernehmen...
Die Mehrheit unserer leider gewählten Volksvertreter, treten nur noch das Volk! Was haben diese Politiker nicht verstanden?


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53%
(19 Stimmen)
Rudolf Hagmann sagte February 2017

Mit der "Umsetzung" der MEI hat das Parlament, speziell die FDP, die Demokratie so vorgeführt, dass ich zur überladenen USR 3 nur nein sagen konnte. Schränkt die Zuwanderung ein und drosselt das Wachstum, dann können wir wieder über solche Vorlagen diskutieren. Die Wirtschaftseliten haben alles verspielt was möglich war. Zurück blieb ein Scherbenhaufen. bevor nicht der frei unbeschränkte Zugang von ausländichen Arbeitskräften in die Schweiz kontrolliert wird, müsst ihr nicht mit solchen Vorlagen kommen. USR3 = mehr Wachstum, mehr Wachstum = mehr ausländische "Spezialisten" = mehr Zuwanderung. Ich will nicht in einer 10 Mio. Schweiz leben, mir reicht's. Bringt zuerst die Zuwanderung unter Kontrolle und dann sollten wir über Steuerreformen reden, nicht vorher!


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78%
(18 Stimmen)
Emil Huber sagte February 2017

Grundsätzlich finde ich richtig, was Herr Landolt hier schreibt, allerdings finde ich steht nicht alles in direktem Zusammenhang mit der USR lll.

Es wird nun auf allen Seiten nach den Gründen der Abstimmungs - Niederlage gesucht, nur nicht bei der Vorlage selbst.

Ein Punkt der USRlll war der, dass ein fiktiver Abzug von 150% von Forschungs- und Entwicklungskosten gemacht werden konnte.
Ich möchte mal den umgekehrten Fall sehen, wenn z.B der Arbeitnehmer einen fiktiven Pendlerabzug von 150% geltend machen könnte, oder einen fiktiven Abzug für KK-Prämien von 150% und die Wirtschaft die Kosten für die Steuerausfälle übernehmen müsste, wie würde ihr das wohl gefallen?

Dann die Patentbox, auch IP Box genannt, wo der Gewinn aus Patenten und "vergleichbaren Rechten"
vom übrigen Gewinn getrennt und bis zu max. 90 Prozent tiefer besteuert werden kann.
Diese Box stellte wohl viele Fragezeichen. Was würde alles unter "vergleichbaren Rechte" fallen und wie hoch sind die Steuerausfälle? Darüber liess die Vorlage die Stimmbürger im Unklaren. Daher auch der Ausdruck "Katze im Sack" der Gegner.

Hier eine Definition:

https:​//de.wikipedia.org/wi​ki/Lizenzbox

Nachd​em seit 2000 immer mehr Staaten Lizenzboxen in der unterschiedlichsten Ausgestaltung eingeführt haben, setzte in der EU und der OECD eine Diskussion über einheitlichere Regelungen ein, die zudem dazu führen sollten, dass eine Mehrheit der Staaten sie als nicht schädliche Steuerpraktiken einstufen sollte.

Auf Basis dieser Definition wurden weltweit 16 IP-Regimes identifiziert, die ganz oder teilweise die Kriterien einer nicht schädlichen Steuerpraxis nicht erfüllen. Die entsprechenden Staaten sollen nun sicherstellen, dass ab Juli 2016 der Kreis der bisher Privilegierten nicht mehr erweitert wird und ab Juli 2021 die IP-Regimes entsprechend den Vorgaben der OECD angepasst sind

Die neuste Schnapsidee:
Die Basler Finanzdirektorin Eva Herzog (SP) Befürworterin der USRlll will die Unternehmenssteuerref​orm III mit der Reform der Altersvorsorge zu verknüpfen.

http:/​/www.tagblatt.ch/nach​richten/schweiz/USR-u​nd-Altersvorsorge-ver​knuepfen;art253650,49​08385

Damit es ja keine Erhöhung der Dividendenbesteuerung​ oder eine Kapitalgewinnsteuer gibt.
Denn sowas könnten unsere "Ärmsten" Millionäre und Milliardäre, Holdings & Konzerne auf keinen Fall verkraften.
Den Arbeitnehmer & Rentner fragt niemand, wie er die steigenden Lebenskosten verkraftet.





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73%
(22 Stimmen)
Elsi D. Stutz sagte February 2017

Herr Landolt

"Es braucht freiwillige und spürbare Schritte der Wirtschaft in die Richtung der Anliegen und Sorgen des Mittelstands."

Fre​iwillig? Das glauben Sie ja wohl selber nicht!

"Schon die so genannte Abzockerinitiative von Thomas Minder und die Masseneinwanderungsin​​itiative der SVP wurden vom Volk mehrheitlich gutgeheissen, obschon die Warnrufe der Wirtschaft nicht zu überhören waren."

Ev. sollte "die Wirtschaft" endlich begreifen, dass wir uns nicht mehr drohen lassen?! Das funktioniert bei den Politkern, die aus Angst (um den VR Sitz?) sogar die Verfassung brechen, natürlich NUR um den Wirtschaftsstandort nicht zu gefährden, auch wenn's dem Mittelstand, dem Sie jetzt wieder den Honig um den Mund schmieren wollen, rein gar nichts bringt!

Aber schön, wenn Vimentis wirklich glaubt, dass Vertrauen in die Politik sei im 2016 wieder gewachsen!
(bei den 15-25 jährigen) Kann man ja ruhig so weiter machen! Die 15-25 jährigen bilden ja den Mittelstand und tragen das Land...

Komödiante​nstadl!


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54%
(24 Stimmen)
Heini Lüthi sagte February 2017

Hm, die Schweizer Wirtschaft - besteht die nicht sowohl aus Haushalten und Unternehmen? Was wäre die Wirtschaft ohne Haushalte? Wenn es der Schweizer Wirtschaft gut gehen soll, dann wohl vor allem den Haushalten - oder nicht? Wer ruft hier wen? Das Nein zur USR III ist ein gutes Zeichen, dass es in der Schweiz nicht nur fragwürdigen Konzernen gut gehen soll. Wenn Frau Martullo-Blocher und andere eigennützige Lobbyisten der Dividenden-Steuerbefr​eiung etwas kompromiss-bereiter wären, kämen wir weiter. Liberalismus ist keine Rechtfertigung für Egoismus - zu wenige bürgerliche Schein-Liberale verstehen wohl, dass und wieso Adam Smith gegen die politische Einmischung von Gewerbetreibenden argumentierte.


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47%
(15 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte February 2017

Ihr Bloc ist wirklich zutreffend, somit gut.

Herr Schulz in Deutschland ist ja nun auch auf Werbetour sogar als Bundeskanzler Kandidat. Schulz gibt den absoluten Strahlemann und plötzlich den sehr verständnisvollen Politiker gegenüber dem gewöhnlichen Bürger. Wie Sie Herr Landolt spricht auch er plötzlich von Wahrnehmung und Verstehen der Menschen, des Mittelstandes. Ihre Sorgen gelte es endlich wahrzunehmen und zu berücksichtigen. Offenbar hat Schulz die Rhetorik vom jetzigen US-Präsidenten Trump im Wahlkampf als sehr erfolgversprechend erkannt, einzig Trumps Ausfälligkeiten hat er bislang ausgeklammert. Wie gesagt ihr jetziger Beitrag Herr Landolt ist meiner Meinung nach genau so berechnend wie die jetzige plötzlich um 180° gedrehte Wahl-Propaganda von Schulz. In Deutschland nennt man so was "Wendehals". Hättet Ihr beide diese Wortwahl schon vor den prägenden Ereignissen gewählt und auch verkündet, sie wären bedeutend glaubwürdiger. Im Speziellen Schulz als Präsident des Europaparlamentes, was hat er denn diesbezüglich bewirkt in all den Jahren dass er sagen dürfte, die Bürger seien ernst zu nehmen? Die Mündigkeit aller EU-Bürger abgesprochen hat er weil sie bis heute als Wähler überhaupt in wesentlichen Angelegenheiten gar nicht in Erscheinung treten dürfen. Schlimm ist auch die nach wie vor die krasse Missachtung der 27-EU Regierungen, die neben Deutschland, vielleicht noch Frankreich in wesentlichen Angelegenheiten nie adäquaten Einfluss zugestanden haben. Die Struktur der EU ist eine einzige Katastrophe und die Verantwortlichen der Schweiz zielen in die gleiche Richtung, alle Macht nach oben in die Kommissionen, die Regierung.
Bundeskan​​​zlerin Merkel führt sich ja auch seit langem als selbsternannte Kaiserin von Europa in allen EU-Belangen zu mächtig auf. Wie etwa als sie 1.5 Mio. Migranten mit offenen Armen im Alleingang willkommen hiess, ja wir schaffen das. Schon bald danach aber war sie schon total überfordert und verlangte i.d. Folge dass jeder Staat in Europa (inkl. der Schweiz) diese Migranten/Asylanten/F​​​lüchtlinge anteilmässig & solidarisch aufnehmen muss. BR Sommaruga hat 1'200 sofort übernommen (entgegen Schengen- Dublin Verträgen) und obwohl die Schweiz noch nicht einmal formell der EU angehört. Jedenfalls haben mehrheitlich die EU-Staaten sich danach dazu recht verschlossen gezeigt nach dem Motto: "Wer sich die Suppe einbrockt, der soll sie danach auch bitte selber auslöffeln."

Ob die Verantwortlichen der Schweiz jetzt die klare Abfuhr der völlig überladenen Steuervorlage USR III zu Gunsten alleine der Global-Player sich zu Herzen nehmen, bleibt abzuwarten. Jedenfalls gilt die Feststellung dass dieses Resultat auch ein Tritt gegen das "Schienbein" der OECD und der EU-Verantwort lichen bedeuten.
Diese Vorlage überlud das Fuder, war zu arrogant, eine grosse Respektlosigkeit gegenüber Bürgerinnen und Bürgern & den KMU Unternehmen. Die Gründe waren nämlich auch noch die genau gleichen wie die welche zur Wahl von Präsident Trump geführt haben. Viele Respektlosigkeiten gegenüber den Menschen sind in Europa ebenso zu weit und zu lange schon verbreitet, was die nächsten Wahlen in Holland, Frankreich und Deutschland ganz sicher nochmals in gleicher Weise brutal offenbaren werden.






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50%
(14 Stimmen)
jan eberhart sagte February 2017

Ein neuer politischer Kampfbegriff ist entstanden - der sog. Mittelstand.

Dabei​ lässt sich aus den Abstimmungsstatistike​n der USR III nicht so recht ein Aufstand herauslesen.

Ich halte es zu früh, von einem Aufstand des "Mittelstandes" zu reden.


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25%
(16 Stimmen)
Roland Marquis sagte February 2017

Zur Ablehnung der Unternehmenssteuerref​orm gibt es in der NZZ ein Artikel von Peter A. Fischer.

Der Übermut nagt am Schweizer Wohlstand.

Ohne internationale Wirtschaft und ohne kluge Anpassung an den Strukturwandel ginge es der Schweiz längst nicht so gut. Dass diese Erkenntnis nicht mehr selbstverständlich ist, bedroht den Erfolg:

https://ww​w.nzz.ch/meinung/komm​entare/ablehnung-der-​unternehmenssteuerref​orm-wohlstand-kommt-n​icht-aus-der-steckdos​e-ld.146184


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44%
(16 Stimmen)
Alex Müller sagte February 2017




In der Debatte um die Abstimmung haben sich Konzerne und Grossbanken fast nicht geäussert. Das irritierte auf den ersten Blick. Aber es war auch richtig. Denn es ist nicht üblich - als ausländisch geführte Firma, sich die Abstimmungen anderer Länder einzumischen. (Sie begnügen sich aber mit Lobyieren in den Wandelhallen des Bundeshauses. Dort ist ihr Einfluss wahrscheinlich grösser) .Aber wie andere Hier im Blog schreiben , glaube ich dass der Mittelstand und die Angestellten den Beteuerungen der Befürworter eher nicht mehr glaubten.
Also wenn die Schweiz diese Vorlage nochmals -textlich etwas näher der Urfassung - abstimmen lässt, würde ich auch ja sagen.



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71%
(17 Stimmen)
Hubert Kirrmann sagte February 2017

Die Firma General Electric hat mit ihrer Steuerumgehung kräftig das Misstrauen in die USR III geschüürt.
Die Aussage war: "Für Grosskonzern gelten andere Regel, wir brauchen die USR III nicht".


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83%
(18 Stimmen)
Peter Keller sagte February 2017

Die Analyse von Hr. Landolt, weshalb die Bürger die Vorlage abgelehnt haben, ist richtig, aber nur halb vollständig. Was unerwähnt ist, und was meines Erachtens auch noch entscheidend zum Ergebnis beigetragen hat, ist folgendes:

Erstens​:
Die internationalen Schweizer Grosskonzern-Holdings​​, die von der USR III profitiert hätten, kapseln sich mehr und mehr von den Bürgern ab und verlieren mehr und mehr an Glaubwürdigkeit. Sie und ihr Branchenverband Economiesuisse und ihre politische Vertretung v.a. durch die FDP haben jegliches Vertrauen und Ansehen in der Bevölkerung verloren. Obwohl die Bevölkerung deutlich der Minder-Initiative zugestimmt hat, zocken die Topmanager nach wie vor hemmungslos ab und scheren sich einen Dreck um die Mehrheit der Bürger, die solches abscheulich findet. Grossbanken plagen ihre normalsterblichen Kunden in der Schweiz mit immer höheren Gebühren für dieses und jenes. Wirtschaftsvertreter leiern immer und immer wieder das Klagelied herunter, ohne die Bilateralen würde die Welt untergehen, was ihnen inzwischen fast niemand mehr glaubt (mit guten Gründen), und drücken durch ihre Vertreter in Parlament die Nicht-Umsetzung der Masseneinwanderungsin​​itiative zu Gunsten der Rettung der Bilateralen durch.

Zweitens:
​Es wurde viel zu wenig klar erklärt und erläutert, weshalb es überhaupt eine Reform braucht. Weshalb die Schweiz nicht nur kampflos, sondern auch noch vorsorglich dem Druck von OECD und EU nachgeben soll. Dieses Thema wurde fahrlässig vernachlässigt. Bände sprechen hier zwei Gegebenheiten:

a) Im Abstimmungsbüchlein des Bundesrates heisst es zu dieser Frage knapp und lapidarisch: "Die ermässigte Besteuerung der Statusgemeinschaften steht unter zunehmendem Druck, weil sie nicht mehr mit neuen internationalen Standards für die Unternehmensbesteueru​​ng im Einklang ist. Den Statusgesellschaften und der Schweiz könnten Gegenmassnahmen anderer Länder drohen." Gegenmassnahmen sind also nicht etwa in Kraft, sie "drohen" auch noch nicht einmal, sondern sie "könnten" lediglich irgendwann mal "drohen". Und in dieser Situation schon das Handtuch werfen und vorsorglich nachgeben? Das wurde den Bürgern zu wenig erklärt. Weshalb warten wir denn nicht bis die Gegenmassnahmen drohen? Oder bis sie eintreffen? Nachgeben hätten wir dann doch noch immer können, oder etwa nicht?

b) Auf dieselbe Frage des Moderators Jonas Projer an die Diskussionsrunde in der ersten Arena zur USR III im letzten Juni: keine klare Antwort, auch nach der Wiederholung der Frage: verhaltenes Schweigen. Lediglich dass halt unter allen Parteien und Parlamentariern Konsens bestehe dass man keine andere Wahl habe als die Anforderungen der OECD und der EU umzusetzen.... In keinster Weise überzeugend.


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57%
(23 Stimmen)
Stefan Pfister sagte February 2017

"Bürgerliche Lösungen" soll es geben? Wie sollen die aussehen? War die Unternehmenssteuerref​orm nicht auch eine "bürgerliche Lösung"? Und was haben die "bürgerlichen Lösungen" in Sachen Lohngleichheit gebracht? Einfach über 30 Jahre lang(!) an den Goodwill der Unternehmen appellieren! Nichts hat das gebracht!

Stellen Sie sich vor, man würde im Strafrecht genauso verfahren wie die Bürgerlichen in der Wirtschaftspolitik: "Wir finden Mord und Veregewaltigung ja auch nicht gut. Aber man darf doch nicht immer alles gleich verbieten. Man muss Eigenverantwortung spielen lassen."


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33%
(18 Stimmen)
Georg Bender sagte February 2017

Herr Landolt, nicht mea culpa, sondern Reformen welche dem Digitalisierungsalter​ entsprechen! Die Ungleichheit hat Verantwortliche: Ökonomen und Politiker!

Würden die Menschen versuchen, das Geldsystem in seiner Entstehung, Funktion und Auswirkung in einer arbeitsgeteilten Wirtschaft zu verstehen, die Ökonomen und Politiker, welcher Couleur (hier BDP) auch immer, könnten ihre Manipulationsspiele gar nicht mehr zelebrieren! Nein die genannten Spezies wären grösstenteils überflüssig!

Ansta​tt weiterhin die von den Ökonomen und Politikern kreierten Spielformen zu bedienen, wäre im Digitalisierungszeita​lter, eine Reform ohne inländischen Steuerwettbewerb und Optimierungsspiele für Besserverdienende (Kompensation wo?) längst überfällig!

Die Möglichkeiten (Preisbalance) des Geld- und Wirtschaftssystems werden bewusst nicht korrekt umgesetzt, damit die Existenzkämpfe, Armut und einem Gegenwert der Arbeit oder Ersatzleistung von dem man kein ordentliches Leben führen kann, zur Macht Erhaltung funktionieren!

Wür​de der Rückfluss der Staats- und Sozialquote (inkl. Krankheit) aus dem Erwerb (Geldvolumen im Umlauf = sämtliche Wirtschaftsfaktoren einkalkuliert) zwischen Wirtschaft und Staat abgewickelt, der Bürger würde sich auf den frei verfügbaren Gegenwert der Arbeit oder Ersatzleistung, fokussieren! Auch die Kapital- Erträge und Gewinne können im Informatikzeitalter, direkt an der Quelle erhoben werden! Einzig für das Vermögen, wäre eine Selbstdeklaration noch notwendig, wobei das sachliche Vermögen für den Eigenbedarf als auch das Kernkapital der Unternehmen, von jeglichem Rückfluss (Steuern), befreit werden müsste! Im Sinne des Geldsystems = Tauschen!



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